Datenschutz für Kinder

Datenschutz für Kinder ist wichtig!

Was kann ich tun, um die Privatsphäre meines Kind maximal zu schädigen?

Um die Privatspäre ihres Kindes bestmöglich zu schädigen, kaufen sie ihm ein Überwachungsgerät (z.B. Smartphone, Tablet oder Uhr mit Standorterkennung) und melden ihn auf einem Social-Media-Portal an, bei dem sämtliche Nutzungsrechte an Bildern und Infos gleich dem Social-Media-Portal übertragen werden. Die Daten ihres Kindes werden dann entgegen geltendem deutschen Internetrecht sofort ins Ausland versandt und unterliegen dort nicht mehr deutschen Gesetzen, sondern nur noch Konzernen, die damit Handel treiben.
Von nun an ist wahrscheinlich, dass Ihr Kind je nach persönlichem Risiko-Rating bestimmter Konzerne (Versicherungen, Banken, etc.) persönliche Angebote erhält.
Ist ihr Kind häufiger krank, kann die Versicherung eventuell höhere Einstufungen vornehmen. Ist der Freundeskreis ihres Kindes nicht kreditwürdig, werden für Darlehen vermutlich höhere Sicherheiten erforderlich sein.

Datenschutz Workshop für Kinder und Jugendliche

Auf dem Augsburger Linux Infotag am 28.03.2015 konnten sich Kinder und Jugendliche über Computer und deren Unsicherheiten informieren.

Kinderwünsche

Kennen Sie das? Alle Freunde und Freundinnen haben so ein Smartphone, iPhone oder Tablet?

Und auch Ihre Kinder möchten unbedingt so ein Gerät?

Dieser Wunsch ist sehr verständlich! Die Folgen dieser neuen Entwicklung sind aber noch nicht absehbar.

Es gibt Methoden Ihre Kinder und auch sich selbst vor zu vielen Auskünften zu schützen:

Android z.B. ist ein Betriebssystem, so wie Windows und OSX (Macintosh), oder Unix und Linux.

Android ist frei zugängliche Software und dennoch wird Sie im üblichen Auslieferungszustand mit vielen Einschränkungen ausgeliefert.

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Auto und fahren damit in eine Stadt. Sie möchten zur Oper fahren und ihr neues Auto fährt ständig nur zum Kino. Sie wären bestimmt nicht glücklich über Ihr neues Auto und würden sich an den Hersteller wenden, um diesen Fehler schnellstmöglich zu beheben.

So ähnlich verhält es sich mit dem von Google mitentwickelten Betriebssystem Android. Ständig sind Funktionen gesperrt, werden Ihre Daten gesammelt und wird Ihnen gesagt, was Sie tun sollen. Falls Sie aber zu den Menschen gehören, die selbst bestimmen möchten, wann und was sie tun oder mitteilen möchten, dann sollten Sie diese Einschränkungen nicht akzeptieren.

Ihre Kinder kennen nichts anderes, als was Sie Ihnen durch den Kauf eines Smartphones präsentieren und ermöglichen.
Ihre Kinder interessiert es nicht, wieviel sie selbst später dafür bezahlen müssen, wenn man alles über Sie weiß. Ihre Kinder wollen nur spielen, chatten, Spass haben… Sie lesen keine Datenschutzerklärungen, kleingedruckte AGB’s oder Nutzungsbedingungen. Und selbst wenn Eltern das Kleingedruckte lesen würden, es ist in der Regel nur von wenigen Juristen zu verstehen.

Es gibt eine globale Organisation und einen europäischen Ableger die sich für freie Software einsetzen. Eine ihrer Kampagnen gilt der Befreiung von Android.

Fühlen Sie sich beobachtet und verfolgt?

Sie surfen im Internet und erhalten ständig Werbeanzeigen für Dinge, die Sie sich in der Vergangenheit nur mal kurz angesehen haben?

Egal, wohin Sie gehen, jeder Websitebesuch wird protokolliert. Ihre IP-Adresse wird gespeichert, Ihr Browser, Ihre Monitorgröße etc.

Ein ganzer Industriezweig wurde in den letzten Jahren neu erschaffen, um Ihren Besuch in Geld umzuwandeln.

Mit Open-Source-Software und Standard – Zusatzsoftware – Paketen (Add-ons) können Sie diese automatische Verfolgung (Tracking) einschränken. Firefox z.B., hat selbst bereits viele nützliche Konfigurationsmöglichkeiten, aber auch Add-ons wie: Ghostery – einen Trackingschutz und Adblock+, um die Einblendung von Werbeanzeigen zu verhindern.

Doch auch hier gilt, dass man sich alle Add-ons genau anschauen muss. Ghostery und Adblock+ sind in Verruf gekommen, da einige Firmen dafür bezahlen, auch hier Ergebnisse zu erhalten.
Adblock+ z.B. lässt in den Standardeinstellungen „unaufdringliche“ Werbung zu. Man muss also erst auch hier ein gesetztes Häkchen entfernen, damit kein Tracking durchgeführt wird.

Ein sehr mächtiges Werkzeug ist das Add-on Noscript. Allerdings finanziert sich Noscript auch über Firmen die sich per Standard freischalten lassen. So muss man nach der Installation diese erlaubten Seiten entfernen. Danach ist jegliches Ausführen von Skripten erst einmal verboten.
Wenn Sie nach dem Entfernen der erlaubten Seiten Noscript einsetzen werden Sie merken, dass viele Seiten nicht mehr richtig funktionieren. Das bedeutet, die ersten ein bis zwei Wochen haben Sie ordentlich zu tun, wenn Sie Webseiten besuchen. Sie selbst entscheiden dann, welche Funktionen auf einzelnen Seiten zugelassen werden sollen. In der Regel reicht es, die Seite selbst freizugeben. Darüber hinaus kann man weitere, einzelne Skripte temporär oder dauerhaft freigeben. (z.B. Google-Schriften, Flash, etc.)

Immer, wenn Sie auf eine neue Seite kommen, müssen Sie allerdings wieder entscheiden, welche Skripte Sie annehmen wollen.

Besonders beim Online-Banking müssen dann einige Tracking-Funktionen oder Skripte als Ausnahme hinzugefügt sein, da sonst das Einloggen nicht mehr funktioniert.
Man merkt das sofort, wenn man sich auf bekannten Seiten nicht mehr einloggen kann. Dann muss man eine Ausnahme per Mausklick hinzufügen. (z.B. im Add-on Ghostery)

Die Lobby kämpft derzeit erbittert gegen diese Werbe- und Skriptblocker und sucht nach Techniken, damit niemand einer Verfolgung entgehen kann. Denn wenn alle Werbung geblockt wäre, könnten Suchmaschinen- und Websitebetreiber keine Gewinne mehr mit Werbeanzeigen erzielen.

Schön ist beim Blockieren von Werbung auch, dass die Seiten schneller laden, wenn  die Werbung nicht mitgeladen werden muss.

Linux
Wenn Sie keine 3D-Anwendungen ausführen, die nur auf Windows oder Mac laufen, können Sie auch auf Linux wechseln. Linux hat heute viele Oberflächen (Distributionen), die Windows nachempfinden.
Ubuntu und besonders das neue Linux-Mint haben sehr gute Benutzeroberflächen, die einen Umstieg auch für Anfänger sehr gut ermöglichen. Linux ist meist kostenfrei und viele Sicherheitsprobleme entstehen dort viel seltener.

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